Autor: Klaus Kelle
Liebe Leserinnen und Leser,
heute habe ich zum Start in den neuen Tag mal wieder keine leicht Kost für Sie. Zwei Ereignisse am gestrigen Tag haben mich sehr beschäftigt, und beide hängen zusammen.
Auf der A2 zwischen Hannover und Bielefeld überholte ich am Nachmittag eine Bundeswehr-Fahrzeugkolonne: Gepanzerte Wagen, Truppentransporter, Räumgerät, alles in Nato-oliv. Blaue Flaggen an einzelnen Fahrzeugen. Erst war ich baff, dass wir überhaupt so viele funktionsfähige Fahrzeuge haben, aber dann verspürte ich auch ein wenig Stolz, dass da unsere Soldaten unterwegs waren, um irgendwas zu üben,...
„Layla“ im Bierzelt? Sie ahnen ja gar nicht, was damals in Trinidad los war….
Liebe Leserinnen und Leser,
die Provinzposse um das Bierzelt-Verbot für den Ballermann-Schlager „Layla“ treibt neue Blüten. Nachdem die Stadt Würzburg für ihr alljährliches Volksfest verboten hat, dass das Lied, das nun dank der Idiotie ihrer Stadtverwaltung bundesweit allen bekannt ist und die nächsten Jahre überall orgiastische Zustände auf Volksfesten auslösen wird, berichtet man mir, dass die Leute in den fränkischen Bierzelten das Lied auch ganz ohne Band oder DJ anstimmen und laut mitsingen. Ziviler Ungehorsam der für mich absolut sympathischsten Art.
„Ich hab‘...
Was wir von der Türkei lernen können
Liebe Leserinnen und Leser,
die schrecklichen Monate des Krieges in der Ukraine rufen zahlreiche Hobby-Analysten auf den Plan, die genau zu wissen vorgeben, was die großen Spieler auf der Weltbühne gerade denken und vorhaben. Das ist so wie mit den 80 Millionen Bundestrainern bei einer Fußball-WM. Jeder glaubt zu wissen, was jetzt das Richtige wäre und welchen Schachzug unsere Jungs aus dem Hut zaubern müssten, damit alles gut wird. So ist das auch in der großen Politik. Irgendwie weiß jeder, was „die Chinesen“ vorhaben, und dass „die Inder“ mit den Russen dealen, und...
Maske auf…zum Gebet!?
Liebe Leserinnen und Leser,
viele von Ihnen wissen, dass ich ziemlich regelmäßig sonntags in die Kirche gehe, meistens morgens. Gestern klappte das nicht, gemeinsames Familienfrühstück und so.
So suchte ich mir im Internet eine (kleine) Gemeinde in der Nähe aus, in der um 19 Uhr die Heilige Messe gefeiert wird. Wie Sie auch wissen, habe ich es ja nicht so mit sogenannten Wortgottesfeiern. Für mich gehören Messe und Priester (Mann) unbedingt zusammen. Aber das Fass will ich heute hier nicht aufmachen.
Der Kirche war erstaunlich gut mit Gläubigen besetzt, von denen ich aber zum jüngeren Viertel...
Das Attentat in Japan: Dem Geld folgen? Oder „Cui Bono“ fragen?
Liebe Leserinnen und Leser,
nach einem Anschlag oder einem politischen Mord gibt es immer eine Frage und einen Leitsatz, mit dem sich die Ermittler gleich am Anfang beschäftigen, weil sie in 90 Prozent der Fälle zum Täter und dem Motiv führt: Cui Bono (wem nützt es) und „Folge der Spur des Geldes“.
Der populäre ehemalige Ministerpräsident Shinzo Abe ist bei einer Wahlveranstaltung seiner konservativen Partei in der zentraljapanischen Stadt Nara erschossen worden. Ein 41-jähriger Mann, der ehemalige Marinesoldat Tetsuya Yamagami, hatte sich in die Menge gemischt, immer wieder brav...
Die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands wieder aufzubauen – das ist ein langer Weg
Liebe Leserinnen und Leser,
am Nachmittag hatte ich das Vergnügen, bei einem grün-inspirierten Think Tank in Berlin zu Gast zu sein. Da es ein Hintergrundgespräch war, also nicht zur Veröffentlichung, kann ich Ihnen hier keine Details erzählen, aber ich habe beeindruckende Menschen kennengelernt, die eine klare Haltung haben…zu unserem Land.
Das beeindruckt mich wirklich, denn Zeit meines Lebens habe ich die Grünen immer als destruktive Kraft kennengelernt, die alte Strukturen mit dem Vorschlaghammer zertrümmern wollen. Aber so Sätze wie „Wir haben alle versagt in den vergangenen...
Schauen Sie nachher eigentlich Tennis?
Liebe Leserinnen und Leser,
ganz ehrlich: Seit Boris Becker und Steffi Graf hatte ich kein einziges Tennisspiel mehr gesehen. Ich war der Überzeugung, danach kann nichts mehr kommen. Solche herausragenden Spielerpersönlichkeiten – lassen wir Boris‘ bewegtes Leben abseits des Centre Court mal beiseite – das ist nicht zu toppen. Und jetzt kommt „Mutti“, wie ihre Fans halb despektierlich, halb bewundernd sagen: Tatjana Maria.
Ich war vorgestern verabredet mit meinem Freund Ralf in Berlin, als ich ankam lief der Fernseher. „Dauert noch zehn Minuten, setz‘...
Ist es zu viel verlangt, zehn Minuten zuzuhören? Respekt und Höflichkeit kommen aus der Mode…
Liebe Leserinnen und Leser,
Sie wissen, ich bin derzeit in der deutschen Hauptstadt und treffe jede Menge Leute aus Politik und Medien jeden Tag, aber auch echt viele „aus’m Volk“.
Es ist in Berlin Usus, das man es in der letzten Woche vor der Sommerpause noch mal krachen lässt. Nicht, dass die Herrschaften sonst nichts anderes täten, aber es gibt kurz vor den Ferien viele Empfänge, Sommerfeste und manche MdBs treffen sich – auch parteiübergreifend – in irgendeinem urigen Lokal nochmal zum Essen und ein paar Glas Wein, bevor man für zwei Monate auseinandergeht.
Es...
Mein Beruf, meine Stadt…
Liebe Leserinnen und Leser,
mit Berlin ist es so wie mit Annalena Baerbock. Also für mich. Es ist…ambivalent.
Frau Baerbock ist bei den Grünen, eine Partei, die ich in meinem ganzen Leben noch nie gewählt habe und vermutlich auch bis ans Lebensende niemals wählen werde. Die Grünen stehen für alles, was ich aus ganzem Herzen ablehne. Besonders die bewusst vorangetriebene Zerstörung der traditionellen Familie, die verstörende Frühsexualisierung unserer Kinder, die Reglementierung unserer Gesellschaft, das GenderGaga, die Einschränkungen der Unternehmen, das grenzenlose Relativieren des Lebensschutzes…...